Du & ICH - KONTAKT VERSTEHEN

Wenn Kontakt nicht mehr weiter möglich erscheint

Anita9777

Manchmal verändert sich etwas in uns, lange bevor wir wissen, was dies für eine Beziehung bedeutet.

Wir merken, dass etwas nicht mehr passt oder stimmig ist.

Plötzlich erleben wir Dinge anders als früher oder bemerken, dass wir Kontakt oder Beziehungen nicht mehr auf dieselbe Weise gestalten möchten.

Und irgendwann sprechen wir es aus.

Als Wunsch formuliert und nicht als Forderung, als Gedanken oder als Versuch, gemeinsam hinzuschauen.

Und gleichzeitig kann beim anderen etwas ganz anderes ankommen.

 

Wenn aus einem Wunsch eine Erwartung wird

Ich habe selbst erlebt, wie schnell das passieren kann.

Ich wollte einen Kontakt neu und offener anschauen, nicht mit einer Liste von Bedingungen und auch nicht mit der Vorstellung, dass der andere sich nun entsprechend verändern müsse.

Trotzdem kam bei meinem Gegenüber etwas anderes an.

Aus meinem Wunsch wurde eine Erwartung, aus meiner Veränderung wurde eine Messlatte. Und aus der Frage, wie wir unseren Kontakt heute gestalten könnten, wurde die Angst, diesen Erwartungen nicht gerecht werden zu können.

Mich hat das beschäftigt.

Denn was passiert eigentlich in diesem Moment?

Ich sage etwas über mich und beim anderen entsteht eine Geschichte darüber, was das für ihn bedeutet.

Vielleicht wird aus

„Ich habe mich verändert“

ganz schnell:

„Dann bin ich offenbar nicht mehr genug.“

Oder:

„Dann muss ich mich jetzt auch verändern.“

Oder sogar:

„Dann ist unsere Beziehung wohl in Gefahr.“

Dabei habe ich vielleicht gar nichts davon gesagt.

Die Bedeutung entsteht dazwischen

Vielleicht kennst du solche Momente.

Jemand sagt etwas, und du hörst nicht nur die Worte, du hörst auch das, was nicht gesagt wird, das, was wir daraus machen.

Wir ergänzen. Wir interpretieren. Wir ziehen Schlussfolgerungen.

Und manchmal fragen wir gar nicht mehr nach.

Was genau meinst Du damit? Was hat sich für Dich verändert? Was wünschst Du Dir eigentlich?

Stattdessen reagieren wir auf die Bedeutung, die unser Kopf dem Gesagten gegeben hat.

Ich glaube, dass dabei auch Scham eine Rolle spielen kann.

Scham kennt ihre Antworten oft schon, bevor die eigentliche Frage überhaupt gestellt wurde.

Bin ich nicht genug? Mache ich etwas falsch? Werde ich jetzt verlassen?

Reiche ich diesem Menschen nicht mehr?

Und plötzlich geht es gar nicht mehr um das, was tatsächlich gesagt wurde.

Es geht um die Geschichte, die daraus entstanden ist.

 

Und manchmal verändert sich tatsächlich etwas

Natürlich können wir nicht alles auf Missverständnisse reduzieren.

Manchmal verändert sich tatsächlich etwas Grundlegendes.

Vielleicht merken wir, dass wir einen Kontakt nicht mehr so weiterführen können wie bisher.

Vielleicht haben sich unsere Bedürfnisse verändert, vielleicht unsere Vorstellungen von Beziehung. Vielleicht haben wir selbst lange Dinge mitgetragen, die sich irgendwann nicht mehr stimmig anfühlen.

Und dann reicht es nicht mehr, einfach noch einmal nachzufragen.

Dann steht eine andere Frage im Raum:

Wie soll dieser Kontakt jetzt weitergehen?

Oder vielleicht sogar:

Kann er überhaupt noch weitergehen?

 

Das kann ein schmerzhafter Moment sein.

Denn eine Veränderung bei uns selbst kann bedeuten, dass eine bisherige Form von Beziehung nicht mehr funktioniert.

Und das heißt nicht automatisch, dass jemand etwas falsch gemacht hat.

Manchmal bedeutet es einfach, dass etwas, das lange funktioniert hat, heute nicht mehr funktioniert.

Wenn aus Veränderung Trennung wird

Eine Trennung beginnt vielleicht nicht immer mit dem großen Knall.

Manchmal beginnt sie viel früher.

Mit dem Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt.

Mit Gesprächen, die immer wieder an derselben Stelle enden.

Mit dem Versuch, etwas zu verändern.

Mit der Erkenntnis, dass einer oder beide nicht mehr so weitermachen können oder wollen wie bisher.

Und irgendwann steht vielleicht tatsächlich die Entscheidung im Raum, sich zu trennen.

Das kann sich gleichzeitig richtig und schmerzhaft anfühlen.

Es kann Erleichterung geben und Trauer. Wut und Sehnsucht. Klarheit und Zweifel.

Vielleicht gibt es den Wunsch, den anderen zurückzugewinnen.

Vielleicht gibt es den Wunsch, endlich Abstand zu bekommen.

Vielleicht gibt es beides gleichzeitig.

Und gerade dann wird es oft schwierig, herauszufinden, was eigentlich das eigene Bedürfnis ist und was aus Angst, Gewohnheit oder Hoffnung heraus entsteht.

 

Was passiert nach der Trennung?

Eine Trennung beendet schließlich nicht automatisch jeden Kontakt.

Vielleicht gibt es gemeinsame Kinder. Einen Freundeskreis. Gemeinsame Verpflichtungen. Oder einfach eine lange gemeinsame Geschichte, die nicht von einem Tag auf den anderen verschwindet.

Und selbst wenn kein weiterer Kontakt notwendig ist, bleibt zunächst der Kontakt zu sich selbst.

Mit allem, was da ist.

Mit der Trauer, der Wut, der Sehnsucht, den Fragen, dem Grübeln.

Mit der Unsicherheit darüber, wie das eigene Leben jetzt eigentlich weitergehen soll.

Vielleicht ist deshalb die Frage nach einer Trennung nicht nur:

Wie komme ich möglichst schnell darüber hinweg?

Vielleicht ist eine andere Frage viel interessanter:

Was ist jetzt tatsächlich da?

Was hat sich verändert? Was brauche ich? Was möchte ich nicht mehr? Was möchte ich vielleicht neu lernen?

Und wie möchte ich von hier aus mit mir selbst und vielleicht auch mit dem anderen in Kontakt sein?

Wenn Du gerade mitten in einer Trennung steckst

Wenn Du gerade selbst mit einer Trennung oder Scheidung zu tun hast und merkst, dass sich Deine Gedanken immer wieder im Kreis drehen, kann Unterstützung hilfreich sein.

Ich bin dabei auf die Arbeit von Wieland Stolzenburg* gestoßen. Er beschäftigt sich mit dem Umgang mit Trennung und Scheidung und hat dazu einen Onlinekurs entwickelt.

Der Kurs setzt sich unter anderem mit dem Trennungsschock, den verschiedenen Phasen einer Trennung, den eigenen Gefühlen, Akzeptanz, Grübeln, Ängsten, dem Wunsch nach einer Rückkehr zum ehemaligen Partner und dem Weg zurück zu mehr Selbstliebe auseinander. Dazu gibt es Übungen und weiteres Begleitmaterial.

Das passt für mich an dieser Stelle gut, weil es nicht mehr um die Frage geht, wie ein bestimmter Kontakt funktionieren soll, sondern um die Frage, wie Du mit dem umgehen kannst, was eine Trennung gerade in Deinem Leben bewegt.

Wenn Du Dich darin wiederfindest und Dir dafür Unterstützung wünschst, kannst Du Dir den Kurs hier** anschauen:

Vielleicht ist etwas davon für Dich hilfreich.

 

Und vielleicht bleibt am Ende eine Frage, die auch über eine Trennung hinausgeht:

Wie möchte ich von hier aus mit mir und mit anderen in Kontakt sein?

 

Verbunden mit anderen. Frei bei dir.

 

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*Wieland Stolzenburg ist Beziehungspsychologe, Bestseller-Autor und gefragt Interviewpartner rund um Bindungs- und Verlustängste und Partnerschaften im Allgemeinen, er begleitete bereits hunderttausende Menschen mit seinen Angeboten dabei, ihre Trennung schnell und nachhaltig zu überwinden und ist u.a. bekannt aus ARD, ZDF, Spiegel Wissen, Focus, Stern oder WDR5.

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