Über mich
Eigentlich fing es mit meinem Sohn an.
Mein Sohn war anders. Schon als kleines Kind war er extrem hochsensibel. Vieles war für ihn intensiver, als ich es bei anderen Kindern beobachtete. Und natürlich wollte ich verstehen, was da eigentlich los ist.
Ich wollte sein Verhalten verstehen. Ihn verstehen.
Also beschäftigte ich mich immer mehr mit dem Thema Hochsensibilität und irgendwann auch mit der Frage, was hinter bestimmten Verhaltensweisen von Kindern liegen kann.
2018 eröffnete ich meine Praxis.
Und es kamen tatsächlich viele Eltern mit ihren hochsensiblen Kindern zu mir.
Ich arbeitete mit den Kindern, versuchte ihnen gerecht zu werden und vor allem: sie zu verstehen.
Dabei begegnete mir ziemlich schnell das Thema Trauma.
Zunächst ging es vor allem um pränatale und perinatale Erfahrungen. Und plötzlich ergaben viele Dinge Sinn. Verhalten, Reaktionen, Ängste, Überforderungen.
Die Kinder fühlten sich gesehen.
Und die Eltern fühlten sich verstanden.
Ich konnte ihnen ihre Kinder ein Stück weit erklären. Das war wertvoll.
Aber irgendwann merkte ich, dass mich das nicht zufriedenstellte.
Denn während ich mit den Kindern arbeitete, bekam ich immer mehr von der Not der Mütter mit.
Ich begann, die Mütter mit anzuschauen.
Da waren Frauen, deren eigene Geschichte im Kontakt mit ihren Kindern plötzlich wieder auftauchte.
Schwangerschafts- und Geburtserfahrungen, eigene Bindungserfahrungen, alte Verletzungen. Dinge, die vielleicht längst vorbei schienen und trotzdem irgendwo weiterwirkten.
Und mir wurde klar:
Wenn ich wirklich verstehen will, was zwischen einer Mutter und ihrem Kind passiert, kann ich die Mutter nicht außen vor lassen.
Eigentlich müsste ich mit den Müttern arbeiten.
Das war nicht nur eine fachliche Erkenntnis.
Denn auch meine eigene Geschichte spielte dabei eine Rolle.
Ich hatte mich selbst lange übersehen.
Ich kenne das Gefühl, nicht gesehen zu werden.
In Partnerschaften. In Freundschaften. Und auch in anderen Bereichen meines Lebens.
Zu wenig Raum, zu wenig Wertschätzung, nicht wahrgenommen werden
Und irgendwann war da diese große Angst, von anderen ignoriert zu werden.
Heute sehe ich einen Zusammenhang, den ich damals so noch nicht sehen konnte:
Ich hatte mich selbst schon lange vorher immer wieder übersehen.
Ich hatte mich selbst nicht richtig wahrgenommen. Meine Wünsche. Meine Bedürfnisse. Mein Sein.
Ich gab mir selbst nicht den Raum, aufzutauchen.
Und dann erlebte ich genau das auch im Kontakt mit anderen.
Ich fühlte mich unsichtbar.
Dabei war ich selbst diejenige, die mich immer wieder unsichtbar gemacht hatte.
Das klingt vielleicht erst einmal einfach.
Das war es aber überhaupt nicht.
Auch die Geburt meines ersten Sohnes gehört dazu.
Jahrelang hatte ich vor allem ihn gesehen.
Er war traumatisiert. Also wollte ich verstehen, was mit ihm passiert war. Ich wollte ihm helfen.
Dabei war ich selbst bei dieser Geburt dabei. Und diese erste Geburt war auch für mich traumatisch.
Das konnte ich lange nicht wirklich anschauen.
Da war Schmerz, Ohnmacht und etwas, dem ich mich nicht stellen konnte oder wollte.
Also sah ich wieder den anderen.
Und dabei übersah ich mich.
Im Nachhinein ist das für mich ein ziemlich deutliches Beispiel für etwas, das sich durch mein Leben gezogen hat.
Ich konnte andere sehr gut sehen und mich selbst deutlich weniger.
Mein Weg führte immer wieder über den Körper.
Bewegung war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens.
Ich habe geturnt, bin gelaufen, habe Yoga und Pilates gemacht, Kettlebell trainiert, Contact Improvisation getanzt , Fitness und Spinning.
Ich bin drei Marathons gelaufen.
Und ich bin dabei ziemlich oft an meine Grenzen gegangen.
Irgendwann fand ich die Frage interessanter, warum ich das eigentlich immer wieder tue.
Muss ich wirklich bis an diese Grenze?
Oder kann ich auch früher merken, was gerade genug ist?
Auch Kälte und die Beschäftigung mit dem Körper haben dabei eine Rolle gespielt. Bei einem Wim-Hof-Retreat kam ich mit einer sehr alten Wut in meinem Bauch in Kontakt.
Ein Jahr später begegnete mir diese Wut auf einem Seminar noch einmal sehr intensiv.
Ich begann immer mehr zu merken, dass mein Körper Dinge nicht einfach nur „macht“.
Er reagiert, er erinnert, er zeigt mir etwas.
Und manchmal weiß ich körperlich schon etwas, bevor ich es gedanklich überhaupt formulieren kann.
2024 wurde es noch einmal anders.
Im Sommer 2024 beschäftigte ich mich intensiv mit Gopal Norbert Klein und mit Bindungs- und Entwicklungstrauma. Auch die Auseinandersetzung mit Gabor Maté hat meinen Blick auf diese Themen erweitert.
Und gleichzeitig war ich selbst in einer Partnerschaft, in der viele dieser Themen sehr konkret wurden.
Im Herbst 2024 begann ich mit dem Ehrlichen Mitteilen.
Das war für mich ein wichtiger Schritt.
Denn da passierte etwas, das heute für mich ganz wesentlich ist:
Ich begann, mir selbst wieder zuzuhören.
Oder vielleicht sogar: Ich hörte mich überhaupt erst wieder.
Was passiert gerade in mir? Was macht etwas mit mir? Was resoniert? Was möchte ich sagen? Und was passiert, wenn ich es einfach sage, statt es wieder zurückzuhalten?
Ich merkte, dass sich etwas verändert.
Ich wurde sicherer in mir.
Ich konnte häufiger Nein sagen, ohne mich dabei komisch zu fühlen.
Manchmal fühlte sich ein Nein sogar richtig gut an.
Ich begann, meinem Gegenüber viel zeitnaher zu sagen, was in mir passiert, was mit mir in Resonanz geht, was etwas in mir auslöst.
Und ich sprach Gedanken aus, statt sie lange mit mir herumzutragen.
Das hat mich oft einfach erleichtert.
Ich war weniger überfordert mit der Frage, was ich jetzt sagen oder tun müsste.
Ich zweifelte weniger.
Ich stellte meine eigene Wahrnehmung nicht mehr ständig infrage. Ich nahm mich besser wahr und konnte zeitnah handeln.
Nicht immer, aber immer öfter.
Und das fühlte sich ziemlich gut an.
Vielleicht ist das der Punkt, an dem ich heute stehe.
Ich möchte nicht behaupten, dass ich das alles „überwunden“ habe.
Darum geht es für mich auch gar nicht.
Ich glaube eher, dass ich heute viel schneller bemerke, wenn ich mich selbst verliere.
Und dass ich mich dann auch wiederfinden kann.
Ich kann merken, wenn etwas für mich nicht stimmt.
Ich kann sagen, dass etwas mit mir macht.
Ich kann Nein sagen. Ich kann Nähe wollen. Ich kann Abstand brauchen. Und ich muss nicht mehr so viel darüber nachdenken, ob ich das jetzt auch wirklich darf.
Darum geht es bei FreiVerbunden.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass all diese Themen für mich zusammengehören.
Grenzen. Nähe. Distanz. Beziehung. Anpassung. Selbstkontakt. Und dieses Sich-selbst-Verlieren im Kontakt mit anderen.
Das große Thema dahinter ist für mich Kontakt.
Nicht nur der Kontakt zu anderen, auch der Kontakt zu mir.
Denn was passiert eigentlich, wenn ich mit dir in Kontakt bin?
Was passiert dabei mit mir?
Merke ich überhaupt noch, was ich will?
Und kann ich mit dir verbunden sein, ohne mich dabei selbst zu verlieren?
Das sind die Fragen, die mich interessieren.
Und genau darum gibt es FreiVerbunden.
Ich bin Anita.
Heilpraktikerin, Mutter von drei Kindern, Bewegungsfreak und Kontaktforscherin.
Mein beruflicher Weg hat mich über die Arbeit mit Kindern und ihren Müttern, über Körperarbeit und verschiedene Weiterbildungen immer weiter zu den Themen geführt, mit denen ich mich heute beschäftige.
Dazu gehören unter anderem körperpsychotherapeutische Weiterbildung, prä- und perinatale Spieltherapie, Gewaltfreie Kommunikation, Ehrliches Mitteilen, Aufstellungsarbeit, Massage und viele weitere Erfahrungen rund um Körper, Beziehung und Kontakt.
Aber mein eigentliches Interesse liegt nicht darin, Menschen zu erklären, wie sie sein sollten.
Mich interessiert, was tatsächlich passiert.
In dir. In mir. Zwischen uns.
Und was sichtbar wird, wenn wir wirklich hinschauen.
Das ist FreiVerbunden.